Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind Kritik: Wie gut ist das Spin-Off zu Harry Potter?

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

© Warner Bros.

Mit der Harry Potter Reihe hatte sich J.K. Rowling ein Vermächtnis erschaffen. Nachdem 2011 der letzte Teil ihrer magischen Filmreihe im Kino lief widmete sie sich einer neuen Idee. Ein Musical und die Idee für weitere Kinofilme. Der erste läuft seid November 2016 in den Kinos und wir sagen euch wie der magische Ausflug nach New York geworden ist.

Mit einem Schiff nach New York City!

In „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ erleben wir die Geschichte von dem Magier Newt Scamender (Eddie Redmayne). Newt war einst Schüler an Hogwarts. Der wohl bekanntesten Schule für Zauber und Hexerei. Doch nach einem Unfall mit Tierwesen wurde er der Schule verwiesen. Sein Entdeckerdrang, schickt Newt nach New York wo er einen Riesenvogel frei lassen möchte. Doch bei seiner Ankunft wird sein Koffer mit dem des No-Maj (Amerikanisches Wort für Muggel) Jacob Kowalski (Dan Fogler) vertauscht. Die Tierwesen können daraufhin fliehen und machen ganz New York unsicher. Nun müssen Newt, Jacob und die plötzlich dazu stoßende Tina Goldstein die Tiere einfangen. Doch das ist nicht das einzige Abenteuer was sie in New York erwartet.

Die Story von Fantastic Beasts scheint nicht wirklich originell zu sein, doch das sind nur die ersten 30 Minuten des Filmes. Danach wird Fantastic Beasts zu einem traumhaft geschriebenen Fantasy Epos, welches man sich nicht entgehen lassen sollte. Nach einem recht entspannten Auftakt mit guten Effekten wandelt sich der Film nach und nach zu einem spannenden und düsteren Fantasy-Streifen, der fast schon horror-artige Elemente annimmt. Eine FSK ab 6 ist auf jedenfall zu freundlich. Ich empfehle den Film Kindern erst zu zeigen, wenn sie zehn oder älter sind, denn hier haben wir Momente, die wirklich zur Sache gehen; dazu kommen wir aber später. Die Geschichte von Fantastic Beasts hat aber auch ein paar Probleme. So hat er im Mittelteil einige kleinere Plot-holes und tritt etwas auf der Stelle. Doch diese Momente werden schnell wieder mit Action und Humor aufgelöst. Die Geschichte des Filmes wird erst dann wirklich unergründlich, wenn der Streifen auf das Finale zu rudert. Die Twists lassen neue Blickwinkel für Vermutungen offen, er spinnt auch direkt die Ausgangssituation für Fanatastic Beast 2.

Alles in allem ist die Geschichte wirklich gut geschrieben, doch in der Mitte haben wir einige Story Löcher und das nimmt ein wenig die Fahrt aus dem sonst so guten Film.

Ein zum schreien guter Cast!

Fantastic Beasts wartet aber nicht nur mit guter Optik und toller Geschichte auf, nein auch der Cast ist wirklich aller erste Sahne! Wir haben den Oscarpreisträger Eddie Redmayne (The Danish Girl, The Theory of Everything) der Newt Scamender spielt. Er macht das wirklich hervorragend und wir sehen ihm ununterbrochen an wie sehr er den Job, den er ausüben, darf liebt! Neben ihm ist noch Dan Fogler (Fanboys, Take me home Tonight). Er spielt einen Muggel der den Koffer mit Newt vertauscht und die Tierwesen entkommen lässt. Er ist, wie ich finde, der beste im Cast und auch seine Rolle ist absolut großartig geschrieben! Liebevoll, trottelig und höllisch witzig. Seine Leistung erinnert in vielen Punkten an Rupert Grint‘s Charakter Ron Weasley.

Neben den beiden genannten Stars ist auch Katherine Waterston (Alien Covenant, Steve Jobs) mit von der Partie! Sie spielt Porpentina „Tina“ Goldstein und erinnert in ihrer Darstellung auch extrem an Hermine Granger! Sie ist die Besserwisserin und arbeitet für das Zauberministerium. Je länger der Film aber geht, desto interessanter und sympathischer wird ihre Rolle! Sie ist wirklich stark und passt zu dem Hauptensemble super dazu. Dann haben wir noch Alison Sudol (CSI: New York, Transparents). Auch ihre Rolle erinnert sehr an einen Charakter aus dem Harry Potter Franchise, nämlich Luna Lovegood. Ihre Rolle ist sehr zurückhaltend und hat einige Tricks auf Lager, die man so nicht erwartet. Ihre Rolle ist auch sehr groß und sie macht das wie der gesamte Cast wirklich hervorragend.

Dann haben wir noch Colin Farrell (Brügge sehen und Sterben, The Lobster), der den Gegenspieler Percival Graves mimt. Seine Rolle und sein Ziel kann ich nicht zu sehr erklären, sonst könnte ich Gefahr laufen den Film zu spoilern und das möchte ich nicht. Sagen wir so viel: Die Rolle ist sehr weit gefächert und ist nicht das, was sie zu sein scheint! Der letzte große Schauspieler ist Ezra Miller (Vielleicht lieber Morgen, Justice League). Er spielt den sehr introvertierten Jungen Credence der mit Percival Graves zusammen arbeitet.

Rundum ist der Cast also aller erste Sahne! Es ist ein großer Blockbuster, da ist falsche Mimik und gestelzte Momente verkraftbar. Am besten hat mir dennoch die Rolle von Dan Fogler gefallen. So trottelig und liebenswert hatte ich schon lange keinen Filmcharakter gesehen.

Das Auge des Zuschauers!

Wir nehmen einen Film (logischerweise) mit den Bildern wahr, sonst wäre es ja auch ein Hörspiel. Um uns in den Bann zu ziehen und zu Fesseln, spielt die Kameraarbeit eine ganz wichtige Rolle. Ohne gute Szenen kann es nämlich ganz schwer werden den Zuschauer zu überzeugen. In diesem Fall hier ist die Kamera aber wirklich stark. Wir haben starke Schwenks, großartige Kamerafahrten und toll gefilmte Kulissen. Hier kann man also nicht wirklich meckern.

Das Einzige, worüber ich etwas enttäuscht bin, ist, in einer action-geladenen Sequenz (z. B. wo ein Charakter im Film stirbt) sehen wir die Personen nur reden, fliegen, fallen und Ende. Es ist etwas schade, dass wirklich die interessanten Szenen so schnell geschnitten sind, dass er definitiv für Kinder freigegeben werden kann.

Ansonsten habe ich hier aber nicht wirklich etwas zu Meckern. Alles ist super eingefangen, große Kulissen kommen voll zur Geltung und die Monster werden auch schön in Szene gesetzt. Mehr erwartet man doch eigentlich gar nicht.

Mit Magie durch New York City

Der Titel dieses Kapitels trifft es eigentlich genau, denn die Inszenierung ist ein absoluter Traum. J.K. Rowling schafft es, einen spannenden und großartig strukturierten Film zu kreieren, der mit enorm unterhaltsamen Momenten den Atem nimmt. Beispielsweise die Jagd nach einem Tierwesen, was besonders viel Gold in seine Bauchtasche stopfen kann. Es ist einfach absolut rasant und großartig in Szene gesetzt und auch geschrieben, dass ich meinen Hut ziehen muss.

Doch auch hier in dieser Kategorie gibt es ein paar Fehler. So ist der Film leider etwas zu lang! 10 Minuten weniger hätte den Film wirklich gut getan, denn in der Mitte hängt der Streifen etwas durch und wird unnötig langweilig. Zwar sind die Szenen schön gefilmt, aber es gibt keine wirkliche Handlung. Wir werden nur mit immer mehr Story Fetzen beworfen, bis am Ende alles aufgelöst wird. Natürlich bleiben noch einige Fragen offen, sonst wäre eine Fortsetzung ja absolut unnötig.

Eine Sache möchte ich aber noch hervor heben: Und zwar die absolut großartige Kreativität. Monster, die man so nie gesehen hat und Szenen, die so noch nie auf die Leinwand gestrahlt wurden. Hier steckt Liebe in jedem Detail und man merkt von der ersten Sekunde an, dass das kein einfacher Film ist um Geld zu machen, sondern um das Franchise sinnvoll zu erweitern. Es ist ein absolutes Fest für alle Potter Fans!

So muss ein Blockbuster ausgestattet sein!

Blockbuster haben immer ein Problem. Sie sind besonders teuer, versuchen besonders Action geladen zu sein und bestehen zu 2/3 aus CGI. Phantastische Tierwesen hat auch eine ganze Menge CGI, doch hier sieht es wirklich stark aus. Nicht alles ist Eins-A animiert, aber das muss es auch nicht. Das was bei diesem Film hervor sticht sind die absolut großartigen Sets. So sehen wir am Anfang des Filmes eine Burg, die unfassbar gut designed ist. Alles in diesem Film sieht sehr echt aus und das muss man auch erst einmal hinbekommen.

Ich könnte über viele Szenen reden, von denen ich besonders begeistert war, ein Set jedoch wird mir für immer in Erinnerung bleiben: Als Newt zum ersten mal ins New Yorker Zauberministerium kommt war es um mich geschehen. Es ist so liebevoll und bis ins kleinste Detail durch designed. Es passt einfach alles zueinander. Die riesigen Tribünen im Gericht, die Zahnrädchen, die Treppen sogar die Türen. Alles passt wie ein riesen Puzzle ineinander und das finde ich sensationell.

FAZIT!

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind ist eine wirklich tolle Erweiterung für das Harry Potter Universum. Doch auch dieser erste Stein eines neuen Franchise hat einige Probleme und die sind ähnlich wie im ersten Harry Potter Teil. Der Film zieht sich im Mittelteil ein wenig, das CGI sieht an vielen Stellen großartig aus an manchen Stellen aber fürchterlich billig.

Die schauspielerische Leistung ist teilweise etwas Overacted und die Story hat auch im Mittelteil ein paar Durchhänger. Was der Film aber super hinbekommt, ist der Twist am Ende und die Charakterentwicklung innerhalb des Filmes. Jeder Charakter wird ausführlich erklärt und integriert. Nur die Rolle von Collin Farrell ist mir als Bösewicht etwas zu platt.

Am Ende ist der Film eine wirklich starke Erweiterung des Potter Universums und macht einen höllischen Spaß, bis auf kleine Momente in der Mitte. Ich denke, dass niemand wirklich enttäuscht wird, wenn er mit einer gewissen Erwartungshaltung an dieses Machwerk heran tritt.

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind
80

Story

8/10

    Schauspiel

    7/10

      Kamera

      8/10

        Inszenierung

        9/10

          Ausstattung

          9/10

            geschrieben am: 13. Januar, 2017 um 10:29 am | zuletzt aktualisiert am 22. Juli 2017 um 3:59 pm

            Autor:

            Johnny

            Johnny


            Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

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