Leblos Karg und Still

Die Geschichte von Inside ist doch recht schnell erklärt. Wir spielen einen kleinen Jungen, der zu flüchten scheint, wovor erfahren wir jedoch erst einmal nicht, und das werden wir auch nie, denn Inside hat ein ganz großen Plus Punkt der jedoch auch viel Schatten birgt. Der erste Positive Grund ist das alles was in dem Sidescroller passiert eurer Fantasie überlassen ist. Die Aktionen, die Gegend, die Menschen nicht davon erhält eine Hintergrundgeschichte spendiert, und auch am Ende fragt man sich was gerade passiert ist. Und das ist auch der negative Aspekt.

Wir als Spieler sollen einen Bezug aufbauen zu dem Charakter, das klappt mal mehr an anderen Stellen eher weniger. Hätte man nur einen Handlungsstrang am Anfang des Spiels in die Hand gedrückt bekommen, würde das Spiel am Ende vielleicht mehr Sinn ergeben als in der aktuellen Fassung. Trotz dessen bleibt man als Spieler am Ball, denn die Hoffnung bleibt immer bestehen, dass irgendwann mal ein kleiner funken Geschichte durch sickert mit der man was anzufangen weiß.

Doch das passiert leider nie, was man sowohl Positiv als auch negativ verstehen kann. In unserem Test ist es aber eher negativ als Positiv trotz einer enormen Sucht die das Spiel in einem auslöst. Das soll jetzt auch auf keinen Fall heißen das man sich das Spiel wegen der Story nicht kaufen soll. Das Videospiel ist eher was für Menschen die sich ihrer Fantasie hingeben wollen, und selber herausfinden möchten was passiert ist. Für alle anderen ist es leider nur ein Spielchen bei dem man von links nach rechts rennt ohne ersichtlichen Grund.

Die Schönheit im Detail

Man kann auf gar keinen Fall sagen das Inside ein wunderschönes Spiel ist, denn es ist dunkel, kalt und beängstigend. Doch wenn man genau hinsieht verbirgt sich eine unfassbare Schönheit hinter einem dreckigen Schleier. Das Spiel hat weder eine schöne Optik, noch großartige Texturen und das muss es auch gar nicht denn Inside weiß wie man einen Spieler beeindruckt.

Wenn wir beispielsweise ins Wasser eintauchen bilden sich Luftbläschen die Physikalisch korrekt an die Wasseroberfläche treiben. Wenn wir Menschen treffen die alle unterschiedlich aussehen, obwohl sie keine Gesichter haben. Wenn wir uns vor Lichtkegeln schützen müssen mit Hilfe der Schatten. Dies sind nur ein paar Sachen davon, was Inside optisch so drauf hat. Und es gibt noch viel mehr wo man sagen könnte „Das ist aber großartig“. Wir haben selten zuvor ein Spiel gesehen was Wind und Töne so wunderbar visuell darstellt und das hat uns teilweise echt den Atem geraubt.

Natürlich kann man dem Spiel in der Kategorie nicht unbedingt eine gute Punktzahl geben, weil es viele matschige und pixelige Texturen gibt, die echt unangenehm anzuschauen sind. Doch sein wir mal ehrlich, was macht mehr Spaß eine Grafik die du seit dem Anfang an, siehst oder Momente im Spiel die du erstmal entdecken musst, weil sie nicht im ersten Moment auffallen. Für uns ist es eher zweiteres denn das macht Spiele aus, das Entdecken von kleinen Besonderheiten. Und hier punktet für uns Inside in einer Kategorie wo es ein absoluter Außenseiter ist.

Rein wie ein Baby Popo

Das was Inside bietet, ist mittlerweile eigentlich fast ausgestorben. Selten haben wir in einem neumodischen Spiel eine solch gute Technik gesehen. Die KI ist sauber und macht genau das was sie soll. Die Lichteffekte, die einzelnen kleinen Zahnräder die in diesem Spiel zusammen laufen passen perfekt ineinander. Beispiel dafür nehmen wir einen Bereich im Spiel wo man immer in Deckung sein muss vor einem starken Wind. Dieser Bereich des Spiels ist darauf aus das die Aktionen vorher genau getimed ist um weiter zu kommen. Und das funktioniert blendend.

An keinem Moment kommt es einem vor als würde etwas unmöglich erscheinen. Dazu kommt auch, dass es in dem ganzen Test keine Ruckler, Abstürze und sonst irgendwelche Glitches gab. Das von einem Spiel im 21. Jahrhundert zu behaupten ist eigentlich ein Ritterschlag. Besonders wie bei der Grafik angesprochen, faszinieren uns diese auf Timing abgestimmten Bereiche wo du mit Licht und Schatten spielen musst, um weiter zu kommen. Das ist traumhaft umgesetzt und für uns im Bereich Technik ein Spitzenreiter der bisher erschienen Spiele 2016!

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Der absolute Mindfuck!

Hier schießt Inside in unserem Test den Vogel ab! Inszenierung geht bei diesem kleinen Indie Titel mit Grafik und Technik Hand in Hand. Das Spiel ist auf jeden Fall anders als andere und es ist schwer in Worte zu fassen was so gut oder schlecht ist. Wir rennen als ein kleiner scheinbar verängstigter Junge durch eine düstere und graue Welt. So schön und gut aber das haben wir ja schon bei der Story erklärt was jedoch bei der Inszenierung so hervorragend war, ist diese Art die das Spiel hat, Rätsel zu übermitteln in einer trostlosen Welt.

Alles passt zusammen, es fühlt sich an als sei es ein geschlossener Kosmos. Diese Immersion sollte ein Spiel immer haben. Das man sich fühlt als sei man direkt in dieser Welt gefangen. Das passiert genau ab dann, wenn wir endlich an Orte kommen wo vorher Menschen lebten, und gesagt werden konnte, dort war Zivilisation. Genau ab dem Moment fühlt man sich dazu auserkoren diese Geschichte zu ergründen. Wie wir schon bei der Story sagten, ist die Geschichte nur im eigenen Kopf und daher umso schwerer ist es eine gute Inszenierung zu gestalten. Denn alles steht und fällt mit der Geschichte.

Ein Spiel aber dann doch so zu inszenieren und gestalten, dass die Geschichte teilweise in den Hintergrund und die Spielmechanik in den Vordergrund rückt ist eine Kunst für sich. Die Einzelnen NPC’s die du auf deinem Weg triffst, werden durch einen gewissen Helm auf dem Kopf des Charakters gesteuert. Was auch eine großartige Idee ist, denn damit könnte man wundervolle Rätsel lösen wie eine Stelle im Spiel wo der Charakter besonders viele Menschen auf eine Druckplatte führen musste. Das ganze Spiel wartet mit einer enormen Anzahl von wundervollen Ideen und Einfällen auf, die den Spieler in die Spielwelt ziehen. Und so muss ein Spiel inszeniert sein, damit so etwas passiert.

Gefüllte Leere

Was kann man zur Spielwelt sagen, was wir nicht schon in den anderen Kategorien genannt haben. Die Spielwelt ist halt recht grau und dunkel. Wir bewegen uns teilweise unter Wasser, auf riesigen einsturz gefährdeten Gebäuden und in dunklen und gruseligen Wäldern. Die Spielwelt hat nicht nur eine interessante Kulisse zu bieten ,auch große Areale in denen wir einige Rätsel lösen müssen. Auch hier können wir nicht mehr oder weniger sagen als, dass alles wie Zahnrädchen ineinanderpassen. Die NPC’s sind traumhaft in die Hintergründe eingebaut. Teilweise sieht man sie in Käfigen, an den Decken hängend oder auch Wasser was der Schwerkraft trotzt.

Alles ist wunderschön eingebaut und man stellt sich immer die Frage die nie beantwortet wird. „Was zu Teufel ist hier nur passiert“ Die Grafik von Inside ist wirklich nicht schön, dafür ist die wunderbar gestaltete Spielwelt umso aufregender.

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Fazit

Inside ist ein großartiges Spiel was jedoch im Bereich Grafik und Story einige Probleme hat. Die Texturen sind matschig, die Geschichte nicht wirklich erzählt da alles auf dem beruht was man sich dazu ausdenkt. Was aber hingegen großartig war, ist die sensationelle Technik, wo alles ohne Probleme läuft, die KI ist so wie man sie sich für solch ein Spiel vorstellt und auch die Spielwelt ist gut gefüllt und es macht Spaß sie zu erkunden. Im großen und ganzen hat Inside viele starke Aspekte aber auch einige Schwächen, die aber deutlich unter den Stärken liegen. Ein Must Play 2016 für alle die rätselhafte Indie Spiele lieben!

INSIDE im Test: Brainfuck Marathon vor gigantischen Kulissen

7.4

Story

6/10

    Grafik

    7/10

      Technik

      8/10

        Inszenierung

        8/10

          Spielwelt

          9/10

            Pros

            Cons

            geschrieben am: 5. Februar, 2017 um 6:42 pm | zuletzt aktualisiert am 4. März 2017 um 5:47 pm

            Autor:

            Johnny

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